Sind CBD-Getränke schädlich für die Leber?
Jan, 16 2026
Immer mehr Menschen trinken CBD-Getränke - von CBD-Limonaden bis hin zu Cannabisbier. Sie suchen Entspannung, besseren Schlaf oder Schmerzlinderung, ohne zu rauchen oder Kapseln zu schlucken. Aber eine Frage bleibt: CBD-Getränke - sind sie sicher für die Leber? Die Antwort ist nicht einfach ja oder nein. Es hängt von Dosis, Qualität und individueller Verfassung ab.
Was passiert mit CBD in der Leber?
Wenn du ein CBD-Getränk trinkst, landet es nicht direkt in deinem Blut. Zuerst geht es durch den Darm, dann zur Leber. Dort wird es verarbeitet - ein Prozess, den man erste-Pass-Metabolismus nennt. Die Leber nutzt Enzyme, vor allem CYP3A4 und CYP2C19, um CBD in abbaubare Bestandteile zu verwandeln. Das ist normal. Genau das macht sie mit Koffein, Alkohol, Medikamenten und vielen Pflanzenstoffen.
Das Problem entsteht nicht durch CBD selbst, sondern durch die Menge. Bei hohen Dosen - über 20 mg pro Tag - kann CBD diese Enzyme überlasten. Das heißt: Andere Substanzen, die auch über diese Enzyme abgebaut werden, werden langsamer verarbeitet. Das kann zu unerwünschten Wechselwirkungen führen. Wenn du zum Beispiel Blutverdünner, Antiepileptika oder bestimmte Cholesterinmedikamente nimmst, könnte CBD deren Wirkung verstärken - mit potenziell gefährlichen Folgen.
Studien: CBD und Leberwerte
In einer klinischen Studie der Universität von California (2019) mit 225 Teilnehmern, die täglich bis zu 1.500 mg CBD einnahmen (in Form von Ölen und Kapseln), zeigten 10 % leicht erhöhte Leberenzyme. Das ist kein direkter Schaden, aber ein Signal: Die Leber arbeitet härter. Bei den meisten war die Erhöhung reversibel, sobald die Einnahme gestoppt wurde.
Wichtig: Diese Studie verwendete reines CBD-Öl - nicht Getränke. CBD-Getränke enthalten meist nur 5-25 mg pro Portion. Selbst wenn du zwei oder drei pro Tag trinkst, bleibst du weit unter der Dosis, die in der Studie problematisch wurde. Ein typisches Cannabisbier hat etwa 10 mg CBD. Das ist kaum mehr als eine Tasse grüner Tee mit beruhigenden Kräutern.
Was macht die Qualität aus?
Nicht alle CBD-Getränke sind gleich. Viele Produkte auf dem Markt enthalten nicht nur CBD, sondern auch Zucker, Konservierungsstoffe, künstliche Aromen oder sogar THC - besonders wenn sie aus unsicheren Quellen stammen. Ein Getränk mit 20 Gramm Zucker pro Flasche belastet die Leber viel mehr als 15 mg CBD.
Einige Hersteller verwenden Lösungsmittel wie Ethanol oder Propylenglykol, um CBD in Wasser zu lösen. Diese Zusätze können bei langfristigem Konsum die Leber zusätzlich belasten. Achte auf Produkte, die mit CO₂-Extraktion hergestellt wurden und keine unnötigen Zusätze enthalten. Der beste Hinweis: Prüfe den Zertifikat der dritten Partei (COA). Wenn du ihn nicht findest, lass es bleiben.
Wer sollte vorsichtig sein?
Nicht jeder kann CBD-Getränke bedenkenlos trinken. Wenn du bereits eine Lebererkrankung hast - etwa Fettleber, Hepatitis oder Zirrhose - solltest du vorher mit deinem Arzt sprechen. Auch wenn du Medikamente nimmst, die über die Leber abgebaut werden, ist Vorsicht angebracht. Dazu gehören:
- Blutverdünner wie Warfarin
- Antidepressiva wie Sertralin
- Antiepileptika wie Clobazam
- Cholesterinsenker wie Atorvastatin
Die Leber ist kein Filter, der einfach alles rauswirft. Sie ist ein komplexes Labor. Wenn sie schon unter Druck steht, kann CBD den Druck erhöhen - nicht weil es giftig ist, sondern weil es den Stoffwechsel verändert.
Wie viel CBD ist zu viel?
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfiehlt eine tägliche Höchstmenge von 10 mg CBD für gesunde Erwachsene - ohne medizinische Indikation. In der Praxis sind viele Getränke unter diesem Wert. Zwei Flaschen CBD-Limonade mit je 10 mg = 20 mg pro Tag. Das ist im Bereich, der in Studien als sicher gilt, solange du keine anderen Medikamente nimmst.
Einige Hersteller werben mit 50 mg oder mehr pro Flasche. Das ist nicht illegal, aber unverantwortlich für den Alltagskonsum. Solche Produkte sind für gezielte therapeutische Anwendungen gedacht - nicht für eine Erfrischung nach dem Sport.
Leberbelastung: CBD vs. Alkohol
Vergleiche CBD-Getränke nicht mit Alkohol - sie sind nicht gleich. Alkohol wird in der Leber zu Acetaldehyd abgebaut, einem hochgiftigen Stoff, der Zellen schädigt. CBD wird zu harmlosen Metaboliten abgebaut. Es verursacht keine Entzündung, keine Fettleber, keinen Koma-Risiko.
Ein Glas Cannabisbier mit 10 mg CBD und 0,5 % Alkohol ist weniger belastend als ein normales Bier mit 5 % Alkohol. Der Unterschied liegt nicht im CBD, sondern im Alkohol. Viele CBD-Getränke sind alkoholfrei. Das macht sie deutlich sicherer für die Leber - vorausgesetzt, sie sind sauber hergestellt.
Was kannst du tun?
Wenn du CBD-Getränke trinkst und keine Vorerkrankungen hast, ist das Risiko für die Leber sehr gering. Hier sind drei einfache Regeln:
- Trinke nicht mehr als 20 mg CBD pro Tag - das sind zwei Getränke mit je 10 mg.
- Vermeide Produkte mit Zucker, künstlichen Aromen oder unlauteren Zusätzen.
- Prüfe immer den COA (Certificate of Analysis) - er sollte von einem unabhängigen Labor stammen.
Wenn du unsicher bist, lass deine Leberwerte (ALT, AST, GGT) beim Arzt checken - besonders wenn du länger als drei Monate täglich CBD trinkst. Ein einfacher Bluttest zeigt, ob deine Leber unter Druck steht.
Was ist mit CBD und Alkohol?
Einige Hersteller mischen CBD mit Alkohol - sogenanntes Cannabisbier. Das ist eine riskante Kombination. Alkohol allein belastet die Leber. CBD kann die Wirkung von Alkohol verlängern, weil es den Abbau verlangsamt. Das führt zu längerer Betäubung, Schwindel oder Übelkeit - besonders bei empfindlichen Menschen.
Wenn du CBD und Alkohol kombinierst, erhöhst du das Risiko für Nebenwirkungen. Es ist nicht tödlich, aber unnötig. Wähle alkoholfreie CBD-Getränke, wenn du deine Leber schützen willst.
Fazit: CBD-Getränke sind nicht automatisch schädlich
CBD-Getränke sind nicht per se schlecht für die Leber. Sie sind kein Gift. Aber sie sind auch kein Wundermittel. Bei moderater Dosis, hoher Qualität und ohne Medikamente sind sie für die meisten Menschen sicher. Die echte Gefahr liegt nicht im CBD, sondern in übertriebenen Dosen, schlechter Qualität und falschen Kombinationen - besonders mit Alkohol oder Medikamenten.
Wenn du gesund bist, trinkst du nur ab und zu und achtest auf die Zutatenliste - dann brauchst du keine Angst vor deiner Leber zu haben. Wenn du krank bist oder Medikamente nimmst - sprich mit deinem Arzt. Die Leber ist stark. Aber sie braucht Respekt, nicht Risiko.
Können CBD-Getränke die Leber schädigen?
CBD-Getränke schädigen die Leber nicht direkt, wenn sie in moderaten Dosen (unter 20 mg pro Tag) und mit hoher Qualität konsumiert werden. Bei hohen Dosen oder bei bestehenden Lebererkrankungen kann CBD den Abbau anderer Substanzen verlangsamen und so indirekt Belastung verursachen. Der Hauptgrund für Leberprobleme bei CBD-Getränken sind oft Zucker, künstliche Zusätze oder Alkohol - nicht das CBD selbst.
Ist Cannabisbier gefährlich für die Leber?
Cannabisbier ist nur dann gefährlich, wenn es Alkohol enthält. Der Alkohol belastet die Leber, nicht das CBD. Ein Bier mit 0,5 % Alkohol und 10 mg CBD ist weniger belastend als ein normales Bier mit 5 % Alkohol. Besser ist alkoholfreies Cannabisbier - vorausgesetzt, es ist frei von Zucker und künstlichen Zusätzen. Die Kombination aus CBD und Alkohol kann die Wirkung des Alkohols verlängern und zu unerwünschten Nebenwirkungen führen.
Wie viel CBD ist sicher für die Leber?
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfiehlt bis zu 10 mg CBD pro Tag für gesunde Erwachsene. Bis zu 20 mg pro Tag gelten in der Praxis als sicher, solange keine Medikamente eingenommen werden und keine Lebererkrankung vorliegt. Höhere Dosen sollten nur unter ärztlicher Aufsicht verwendet werden.
Sollte ich CBD-Getränke trinken, wenn ich Medikamente nehme?
Nein, nicht ohne Rücksprache mit deinem Arzt. CBD hemmt Enzyme in der Leber, die viele Medikamente abbauen - wie Blutverdünner, Antidepressiva oder Cholesterinsenker. Das kann dazu führen, dass die Medikamente stärker oder länger wirken, was gefährlich sein kann. Ein Bluttest kann zeigen, ob es zu Wechselwirkungen kommt.
Wie erkenne ich ein qualitativ hochwertiges CBD-Getränk?
Ein qualitativ hochwertiges CBD-Getränk hat einen COA (Certificate of Analysis) von einem unabhängigen Labor, der CBD-Gehalt, Schwermetalle, Pestizide und THC-Gehalt nachweist. Es sollte keine künstlichen Aromen, keinen Zucker oder Lösungsmittel wie Propylenglykol enthalten. Die Zutatenliste sollte kurz und verständlich sein - idealerweise nur Wasser, CBD-Extrakt, Zitronen- oder Kräuteraromen.
Können CBD-Getränke Fettleber verursachen?
Nein, CBD selbst verursacht keine Fettleber. Allerdings enthalten viele CBD-Getränke viel Zucker - und genau das fördert Fettleber. Ein Getränk mit 15 Gramm Zucker pro Flasche ist für die Leber schädlicher als 20 mg CBD. Achte auf zuckerfreie oder niedrigzuckerige Produkte, wenn du deine Leber schützen willst.
Sind CBD-Getränke sicher für Menschen mit Hepatitis?
Nein, nicht ohne ärztliche Genehmigung. Bei Hepatitis ist die Leber bereits geschädigt und weniger leistungsfähig. CBD kann den Abbau von Medikamenten verlangsamen und zusätzliche Belastung verursachen. Selbst kleine Mengen CBD können bei fortgeschrittener Lebererkrankung zu unerwünschten Effekten führen. In diesem Fall ist Abstinenz die sicherste Option.