Was sind die Nachteile von zu viel CBD?
Jan, 25 2026
Vielen Menschen hilft CBD dabei, Stress abzubauen, besser zu schlafen oder Schmerzen zu lindern. Aber was passiert, wenn man zu viel davon nimmt? Die Antwort ist einfach: Es ist selten gefährlich - aber es kann unangenehm werden. Und das ist der Punkt, den viele übersehen. CBD ist kein Gift, aber mehr ist nicht immer besser.
Was passiert, wenn du zu viel CBD einnimmst?
Wenn du mehr CBD isst, trinkst oder einatmest, als dein Körper verarbeiten kann, merkst du das meistens nicht mit einem medizinischen Notfall, sondern mit unangenehmen Nebenwirkungen. Die häufigsten sind: Müdigkeit, trockener Mund, leichte Übelkeit und manchmal ein leichter Kopfschmerz. Einige Menschen berichten auch von Schwindel oder einem seltsamen Gefühl der Benommenheit - nicht wie bei Alkohol, aber doch ungewohnt.
Ein Studie aus dem Jahr 2023, die über 1.200 CBD-Nutzer befragte, zeigte: Wer mehr als 150 mg CBD pro Tag nahm, hatte dreimal häufiger mit Müdigkeit zu kämpfen als diejenigen, die unter 50 mg blieben. Das ist kein Zufall. CBD wirkt auf das Endocannabinoid-System, das auch für Schlaf, Appetit und Stimmung zuständig ist. Zu viel davon kann dieses System überlasten - und dann wird der Körper langsamer, nicht stärker.
Wie viel CBD ist zu viel?
Es gibt keine feste Grenze, ab der CBD gefährlich wird. Die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) sagt, dass bis zu 160 mg pro Tag für erwachsene Menschen als sicher gelten - vorausgesetzt, es handelt sich um reines CBD ohne andere Zusätze. Aber das ist kein Ziel. Das ist die Obergrenze, nicht die Empfehlung.
Die meisten Menschen brauchen zwischen 10 und 40 mg täglich, um eine Wirkung zu spüren. Wer mehr nimmt, tut das oft, weil er denkt: „Mehr muss besser sein.“ Das ist ein Irrtum. CBD wirkt nicht linear. Bei 50 mg spürst du vielleicht eine klare Beruhigung. Bei 100 mg spürst du nur, dass du dich schwerer bewegen kannst. Und bei 200 mg? Dann fühlst du dich, als ob du mitten am Tag in einen Nebel geraten bist.
Ein Beispiel: Eine Frau aus München nahm täglich 200 mg CBD Öl, weil sie ihre Angstzustände loswerden wollte. Nach drei Wochen war sie so müde, dass sie ihre Arbeit nicht mehr schaffte. Sie dachte, CBD würde ihr helfen - aber es hat sie lahmgelegt. Nachdem sie die Dosis auf 30 mg reduziert hatte, fühlte sie sich besser als je zuvor.
Interaktionen mit Medikamenten - das unterschätzen die meisten
Ein schwerwiegenderes Risiko als die direkten Nebenwirkungen sind die Wechselwirkungen mit Medikamenten. CBD hemmt ein Enzym in der Leber, das CYP3A4. Dieses Enzym ist dafür zuständig, viele gängige Medikamente abzubauen - von Blutdruckmitteln über Antidepressiva bis hin zu Blutverdünner wie Warfarin.
Wenn du CBD nimmst und gleichzeitig ein Medikament einnimmst, das über dieses Enzym verarbeitet wird, kann das Medikament nicht mehr richtig abgebaut werden. Es bleibt länger im Körper, wirkt stärker - und das kann gefährlich sein. Ein Fall aus einem deutschen Krankenhaus aus dem Jahr 2024: Ein 68-jähriger Mann nahm Warfarin gegen Herzrhythmusstörungen und zusätzlich CBD-Öl zur Schmerzlinderung. Sein INR-Wert (ein Maß für die Blutgerinnung) stieg auf 8,5 - ein Wert, der zu inneren Blutungen führen kann. Er überlebte, aber nur, weil die Ärzte schnell reagierten.
Wenn du Medikamente einnimmst, frag deinen Arzt, bevor du CBD ausprobierst. Nicht weil CBD schlecht ist - sondern weil du nicht weißt, wie dein Körper auf die Kombination reagiert.
Qualität ist entscheidend - und viele wissen es nicht
Nicht alles, was als CBD verkauft wird, ist auch CBD. Ein Test von 47 CBD-Ölen aus deutschen Läden im Jahr 2025 ergab: Fast ein Drittel enthielt weniger CBD als angegeben. Einige enthielten sogar Spuren von THC - und das, obwohl sie als „THC-frei“ beworben wurden.
Wenn du ein Produkt nimmst, das weniger CBD enthält, als du denkst, steigerst du die Dosis - und landest dann bei zu viel CBD, ohne es zu merken. Gleichzeitig könnte ein Produkt mit verstecktem THC dir unerwartete psychoaktive Effekte bescheren: Angst, Verwirrung, Herzrasen. Das ist keine Nebenwirkung von CBD - das ist eine Nebenwirkung von schlechter Qualität.
Was du tun solltest: Kaufe nur Produkte mit einem dritten Laborbericht (Certificate of Analysis). Der sollte klar zeigen: CBD-Gehalt, THC-Gehalt (muss unter 0,2 % liegen), und keine Schwermetalle oder Pestizide. Wenn der Bericht nicht da ist - lass es.
Die psychologische Falle: „Ich brauche mehr, weil es nicht mehr wirkt“
Ein weiterer Grund, warum Menschen zu viel CBD nehmen, ist die Täuschung der Toleranz. Man nimmt CBD, fühlt sich gut, nimmt mehr - und nach einiger Zeit wirkt die gleiche Menge nicht mehr. Also nimmt man noch mehr. Das ist kein Zeichen, dass CBD „nicht mehr hilft“. Das ist ein Zeichen, dass dein Körper sich angepasst hat.
Im Gegensatz zu THC baut der Körper keine echte Toleranz gegen CBD auf. Aber er kann sich an die Wirkung gewöhnen - besonders wenn du es jeden Tag nimmst. Die Lösung? Nicht mehr nehmen. Sondern pausieren. Probiere eine Woche lang, keine CBD zu nehmen. Dann fange wieder mit einer niedrigen Dosis an. Du wirst überrascht sein, wie viel stärker es wieder wirkt.
Was ist mit Kindern, Schwangeren und Tieren?
Bei Kindern ist CBD in Deutschland nur unter strenger ärztlicher Aufsicht erlaubt - etwa bei schweren Epilepsieformen. Selbst dann wird mit winzigen Dosen begonnen. Die Entwicklung des Gehirns ist empfindlich. Auch wenn es keine Studien gibt, die CBD bei Kindern als gefährlich belegen, ist das Risiko einfach zu groß, um es zu ignorieren.
Schwangere Frauen sollten CBD komplett meiden. Die Forschung ist hier noch sehr begrenzt, aber es gibt Hinweise, dass Cannabinoide die Plazentafunktion beeinflussen können. Besser sicher als traurig.
Und Tiere? Hunde und Katzen reagieren sehr empfindlich auf CBD. Ein zu hoher Wert kann bei ihnen zu Koordinationsstörungen, Erbrechen oder sogar Bewusstlosigkeit führen. Wenn du CBD für dein Haustier verwendest, verwende nur speziell für Tiere entwickelte Produkte - und halte dich strikt an die Dosierung. Ein Hund, der 50 mg CBD bekommt, ist kein „starker Hund“ - er ist in Gefahr.
Was tun, wenn du zu viel CBD genommen hast?
Wenn du versehentlich 300 mg CBD eingenommen hast - atme tief durch. Du wirst nicht sterben. Aber du wirst dich wahrscheinlich unwohl fühlen. Setz dich hin. Trink Wasser. Versuch, nicht zu viel zu denken. Gehe nicht ins Auto. Rufe jemanden an, der bei dir ist.
Die Symptome klingen meist innerhalb von 4 bis 8 Stunden ab. Wenn du starke Schwindelgefühle, Atemnot oder Brustschmerzen hast - geh zum Arzt. Das ist selten, aber möglich, besonders wenn du Medikamente nimmst.
Die beste Vorsorge? Schreibe dir deine Dosis auf. Nutze einen Tropfer mit Milliliterangabe. Und wenn du unsicher bist: Fang klein an. Ein Tropfen. Zwei Tage warten. Dann noch einen. So lernst du deinen Körper kennen - und vermeidest unangenehme Überraschungen.
Warum du CBD nicht als Allheilmittel sehen solltest
CBD ist kein Wundermittel. Es ist kein Ersatz für Schlaf, Bewegung, Therapie oder eine gesunde Ernährung. Wer glaubt, CBD könne alles heilen - und deshalb immer mehr nimmt - wird enttäuscht. Und oft krank.
Es hilft bei manchen Dingen. Nicht bei allen. Und es hat Grenzen. Wenn du es als Ergänzung nutzt - nicht als Ersatz - dann ist es ein nützliches Werkzeug. Wenn du es als Lösung für alles siehst, wirst du es übernutzen. Und dann wird es zum Problem.