Was ist der Spitzname für Absinth? Grün, Teufel und mehr
Aug, 12 2026
Wenn du in einem historischen Roman liest oder einen alten Film schaust, wirst du den Namen Absinth ist ein hochprozentiger, mit Wermut und anderen Kräutern aromatisierter Schnaps, der im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert enorm populär war. wahrscheinlich öfter hören als in jeder anderen Bar. Aber was ist eigentlich der berühmte Spitzname für dieses grüne Getränk? Die Antwort ist kurz und bündig: Der Grüne Teufel. Oder auf Französisch: *Le Diable Vert*.
Dieser Name klingt dramatisch, nicht wahr? Und das hat seinen Grund. Absinth war nie nur ein einfacher Schnaps. Er war umstritten, verboten, verführt Künstler und wurde von Medizinern gefürchtet. Um zu verstehen, warum genau dieser Spitzname entstand, müssen wir einen Blick hinter die grüne Flüssigkeit werfen. Es geht hier nicht nur um Alkohol, sondern um eine ganze Kultur, die sich um diesen Geist drehte.
Warum heißt er der „Grüne Teufel“?
Die Bezeichnung „Grüner Teufel“ tauchte Mitte des 19. Jahrhunderts auf. Damals war Absinth in Frankreich und Belgien extrem beliebt. Arbeiter tranken ihn morgens, um den Tag zu beginnen, und Künstler wie Vincent van Gogh oder Henri de Toulouse-Lautrec nutzten ihn als Inspiration - oder so erzählten sie es zumindest.
Der Name kommt aus zwei Gründen zustande:
- Die Farbe: Durch die Zugabe von Anis, Fenchel und Kümmel sowie dem charakteristischen Wermut (*Artemisia absinthium*) bekommt der Absinth seine typische leuchtend grüne Farbe. Diese Farbe war auffällig und unterscheidet sich deutlich von anderen Spirituosen wie Whiskey oder Rum.
- Die Wirkung: Viele Konsumenten berichteten von intensiven Halluzinationen, Verwirrtheit und einem starken Rauschzustand. Ob das nun am hohen Alkoholgehalt (oft zwischen 55 % und 72 %) lag oder an dem darin enthaltenen Thujon, einer chemischen Verbindung im Wermut, ist bis heute wissenschaftlich umstritten. Für die Zeitgenossen fühlte es sich aber an, als würde man vom Teufel selbst besucht werden.
Es war also weniger eine liebevolle Koseform, sondern eher eine warnende Beschreibung dessen, was passieren konnte, wenn man zu viel davon trank.
Andere Namen und Beinamen des Absinths
Neben dem berühmten „Grünen Teufel“ gibt es noch weitere Namen, unter denen Absinth bekannt ist. Je nach Region und Epoche wurden unterschiedliche Begriffe verwendet:
| Name / Spitzname | Herkunft / Bedeutung | Kontext |
|---|---|---|
| Le Diable Vert | Französisch für „Der Grüne Teufel“ | Der ursprüngliche und bekannteste Spitzname |
| La Fee Verte | Französisch für „Die Grüne Fee“ | Romantischere Darstellung, oft in der Belle Époque verwendet |
| Wermutgeist | Deutsch, abgeleitet von Wermut | Allgemeiner Begriff in deutschsprachigen Ländern |
| Grüner Engel | Ironischer Gegenbegriff zum Teufel | Seltener, meist in literarischen Werken |
| L’Ange Vert | Französisch für „Der Grüne Engel“ | Ähnlich wie „Grüner Engel“, poetisch |
Interessant ist dabei der Kontrast zwischen „Teufel“ und „Fee“ bzw. „Engel“. Während Kritiker und Ärzte den Absinth als teuflisch und zerstörerisch darstellten, feierten Künstler und Literaten ihn als inspirierende Muse. Dieser Dualismus prägt bis heute unser Bild von diesem Getränk.
Die Rolle des Wermuts und des Thujons
Um die Geschichte des Absinths vollständig zu verstehen, muss man wissen, was ihn so besonders macht. Der Hauptbestandteil ist Großer Wermut (Artemisia absinthium) ist eine Pflanze aus der Familie der Korbblütler, die für ihre bittere Note und ihren Gehalt an Thujon bekannt ist.. Aus ihm wird der charakteristische Geschmack extrahiert. Zusätzlich kommen Anis, Fenchel und andere Kräuter hinzu, die für die milchige Trübung sorgen, wenn Wasser hinzugefügt wird - ein Effekt, der als „Louche-Effekt" bezeichnet wird.
Doch der eigentliche Diskussionspunkt war immer das Thujon. Dies ist eine chemische Substanz, die im Wermut vorkommt. In hohen Dosen kann Thujon neurotoxisch wirken und Krampfanfälle auslösen. Lange Zeit glaubte man, dass der hohe Thujongehalt im Absinth für die Halluzinationen verantwortlich sei. Heute weiß man jedoch, dass der Gehalt in historischen Flaschen oft gar nicht so hoch war, wie angenommen. Stattdessen war es wahrscheinlich die Kombination aus starkem Alkohol und Arsenverunreinigungen in billigen Sorten, die gesundheitliche Schäden verursachte.
Das Verbot und die Rückkehr
Weil der Absinth mit sozialen Problemen, Kriminalität und psychischen Erkrankungen in Verbindung gebracht wurde, verbot Frankreich ihn 1915. Andere Länder folgten bald darauf. Das Verbot dauerte je nach Land mehrere Jahrzehnte. Erst in den 1990er Jahren begann eine Renaissance. Nach neuen wissenschaftlichen Studien, die zeigten, dass moderater Konsum kein großes Risiko darstellt, wurde Absinth in vielen Ländern wieder legalisiert.
Heute gibt es zahlreiche Marken, die hochwertigen Absinth herstellen. Wichtig ist dabei die Qualität: Gute Absinthe verwenden natürliche Zutaten und halten den Thujongehalt innerhalb gesetzlicher Grenzen. Billige Imitate können hingegen schädlich sein.
Wie trinkt man Absinth richtig?
Wenn du Absinth probieren möchtest, solltest du die traditionelle Methode beachten. Sie dient nicht nur der Optik, sondern auch der Dosierung:
- Gieße einen Schuss Absinth in ein spezielles Glas.
- Lege einen Lochlöffel auf das Glas.
- Platziere einen Stück Zucker auf dem Löffel.
- Gieße langsam kaltes Wasser (im Verhältnis etwa 5:1) über den Zucker.
- Beobachte, wie sich der Absinth trübt (der Louche-Effekt).
- Trinke den Mix langsam, um die Aromen voll auszuschmecken.
Diese Zeremonie hilft dabei, den Alkoholgehalt zu verdünnen und die Bitterstoffe besser zu geniessen. Es ist kein Shot, den man hinunterschlingt, sondern ein Genussmittel, das Zeit braucht.
Absinth in Kunst und Literatur
Kein anderes Getränk hat die Kultur so sehr geprägt wie der Absinth. Maler wie Van Gogh sollen ihn getrunken haben, um ihre Visionen zu schärfen. Schriftsteller wie Oscar Wilde oder Charles Baudelaire beschrieben ihn in ihren Werken. Auch in Filmen und Serien taucht er häufig als Symbol für Dekadenz und Kreativität auf.
Diese kulturelle Prägung trägt maßgeblich dazu bei, dass der Spitzname „Grüner Teufel" bis heute lebt. Er steht nicht nur für ein Getränk, sondern für eine Ära, in der Grenzen überschritten wurden - sowohl künstlerisch als auch gesellschaftlich.
Fazit: Mehr als nur ein Spitzname
Der Spitzname „Grüner Teufel" fasst die komplexe Geschichte des Absinths perfekt zusammen. Er war begehrt und gefürchtet, inspirierend und zerstörerisch. Heute ist er wieder erhältlich, doch man sollte ihn respektvoll genießen. Nicht als Mittel zur Flucht vor der Realität, sondern als Teil einer reichen kulturellen Tradition.
Ist Absinth gesundheitsgefährdend?
Moderater Konsum von hochwertigem Absinth gilt als unbedenklich. Problematisch waren früher vor allem billige Sorten mit Arsenverunreinigungen und extremer Überdosierung. Der Thujongehalt ist heute reguliert.
Warum ist Absinth grün?
Die grüne Farbe entsteht durch die Extraktion von Chlorophyll aus dem Großen Wermut und anderen verwendeten Kräutern wie Melisse und Minze.
Kann Absinth wirklich Halluzinationen verursachen?
Historische Berichte sprechen von Halluzinationen, moderne Studien zeigen jedoch, dass dies eher auf den hohen Alkoholgehalt oder Verunreinigungen zurückzuführen war als auf das Thujon allein.
Welcher Unterschied besteht zwischen Absinth und Pastis?
Pastis enthält keinen Wermut und somit kein Thujon. Er ist heller, süßer und hat einen stärkeren Anisgeschmack. Absinth ist bitterer und komplexer im Aroma.
Ist Absinth überall legal?
In den meisten europäischen Ländern und den USA ist Absinth legal, solange der Thujongehalt bestimmte Grenzwerte nicht überschreitet. In einigen wenigen Ländern bleibt er eingeschränkt oder verboten.